Frankreich nach der Befreiung: Arbeiterbewegung, Arbeitgeber und politische Führer im Kampf mit der sozialen Bewegung
摘要
Die französische Niederlage im Frühjahr 1940 und die anschließende deutsche Besatzung sowie die Errichtung des autoritären Vichy-Regimes machten die Entstehung sozialer Bewegungen theoretisch unmöglich, d. h. die Mobilisierung gegen die Unternehmer oder gegen die Regierungspolitik. Seit Sommer 1940 und ab 1941 entstanden jedoch Widerstandsbewegungen, die in der Lage waren, die Unzufriedenheit der französischen Gesellschaft zu nutzen und in eine eigene Dynamik umzusetzen. In diesem Sinne war die französische Résistance zweifellos eine soziale Bewegung, deren Mitglieder ein „normales“ Leben als Zivilisten unter der Besatzung und gleichzeitig ein klandestines Leben als Mitglieder der Widerstandsbewegung führten. Ihr Ziel war es, das Land zu reformieren und gleichzeitig seinen republikanischen Charakter zu bewahren. Ihre Bewegung war in der Arbeiterklasse verwurzelt: Sie organisierten eine Reihe von Streiks, obwohl dies verboten war. Zwei Gruppen, die Eisenbahner (vor allem in den Ausbesserungswerken) und die Bergarbeiter, zeichnen sich durch wiederholte Streiks aus. Bei den Bergarbeitern, vor allem im Norden, verbanden sich Patriotismus und Klassenbewusstsein und führten zu einem großen Streik zwischen dem 27. Mai und dem 9. Juni 1941, an dem sich bis zu 100.000 Streikende beteiligen. Nach dieser ersten Aktion kam es in den Jahren 1942 und 1943 zu zwei weiteren Streikwellen in den Kohlerevieren.